A Travellerspoint blog

April 2007

Semana Santa

Ostern

Die ganze Woche habe ich nach Spuren des Osterhasen gesucht, bin dabei aber leider nicht fuendig geworden! Keine bunten Eier, kein Schokohase weit und breit, keine Palmkatzerl oder "Lamperl mit Butter". Am Palmsonntag war ich in dem kleinen Pueblo (Dorf) Calicali, dort haben die Indigenas auf der Strasse Palmzweige verkauft. Es stellte sich aber heraus, dass das nicht erlaubt war, die Polizei kam und meinte, wenn sie den Verkauf nicht einstellten, kaemen sie ins Gefaengnis. Tja hier kommst schnell nach "Hintergittern"! Wie ich dann spaeter erfahren habe, liegt der Grund darin, dass fuer die "echten" Palmzweige Palmen gefaellt werden, die unter Naturschutz stehen. Die Indigenas schien das aber wenig zu beruehren, denn mit dem Tragen der Palmzweige druecken sie - wie wir - in einer Prozession ihren Glauben aus.

Auf einen Brauch bin ich dann am Donnerstag gestossen. In der Semana Santa ernaehren sich streng Glaeubige grossteils von der "Fanesca" - einer Suppe aus 12 verschiedenen Bohnensorten ("Verdauung sei gegruesst" ;o), die die 12 Apostel symbolisieren sollen. Zu diesem Schmaus war ich im Kreis meiner ecuadorianischen Familie eingeladen. Echt ein feines Sueppchen, aber danach gibts -wie man so schoen sagt - "fuer jedes Boehnchen ein Toenchen". Als Nachspeise gabs einen leckeren Milchreis mit Rosinen.

Der Karfreitag wird mir in eindruecklicher Erinnerung bleiben. Um die Mittagszeit habe ich mich auf den Weg in die Altstadt gemacht. Waehrend der Alte um die Ecke wie an jedem Tag seine Zeitungen verkauft ...

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... begeben sich Tausende Glaeubige in der Karfreitagsprozession auf den 6-stuendigen Leidensweg Jesus.

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Im lila Gewand und Kopfbedeckung wie aus dem Kukuxclan - als Kukuruchos - manche barfuss, manche sogar mit Ketten an den Fesseln, andere mit einem schweren Balken am Ruecken oder ein Kreuz auf den Schultern schleppend, einige die sich mit Brennesseln peinigen - so zieht die Prozession erst durch Sonne, dann durch Regen ... ein wahrer Gang der Busse!

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Die Franziskanermoenche organisieren die Prozession schon seit Jahrhunderten. Vor dem Bussgang gehen die stark Glaeubigen zur Beichte, dann zur Prozession. Frauen duerfen in dem streng patriarchalischen Quito erst kuerzlich an der Karfreitagsprozession teilnehmen. Maenner, Frauen und sogar Kinder - alle hoffen auf Vergebung.

Und dann am Sonntag eine Ueberraschung - der Osterhase hat mich doch gefunden - meine liebe Kollegin Susanne hat mich mit einem Osternesterl ueberrascht!

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FROHE OSTERN wuenscht euch allen eure Sylvi :o)

Posted by Sylvi 07:06

Hinter Gittern

Eindruecke vom Maennergefaengnis

Zu unserer Arbeit gehoeren neben der Vorbereitung und Konzeptarbeit Besuche im Gefaengnis. Unserem Praesidenten Alex ist es gelungen, meine Kamera ins Maennergefaengnis zu schmuggeln, und so konnte ich einige Eindruecke festhalten. Ein Besuch im Gefaengnis ist komplizierter als man glaubt, erstens muss der Praesident fuer uns alle beim Direktor Nacional eine Berechtigung beantragen und so kommt es haeufig vor, dass es ploetzlich heisst: "Maedls auf gehts, die Bewilligung ist durch, heut gehts nach >>Hintergittern<<!" Dann schwingt sich unser Praesi hinters Steuer seiner Camionetta und wir auf seine Ladeflaeche. Die Abgase im Tunnel sind dabei nicht wirklich witzig!!

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Erst mal vor den Gittern angekommen, heissts sich ausweisen, alles an Wertsachen abgeben (Kamera gut verstecken!), sich durchchequen zu lassen und abgestempelt zu werden.

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Dann macht die grosse schwere Tuer klack/klack und wir befinden uns in >>Hintergittern<< die Eindruecke dort sind schwer zu beschreiben. Ich fuehle mich sicher, weil wir als Team zusammenbleiben. Ich staune wie gut sich die Haeftlinge trotz fataler Infrastruktur organisieren und in Baeckerei, Tischlerei und Werkstatt ihren Alltag bewaeltigen oder fristen!

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eine Tischlerei hinter Gittern

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Achtung Hochspannung: das Wasser waermen die Jungs mit dem Stromkabel!!!

Nach einer Runde durch den Zellentrakt verabschieden wir uns von den Jungs,...

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... die sich auf dem "Sportplatz" fithalten ...

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... der Waechter verlangt den Stempel, die Tuer macht klack/klack und wie schoen ist´s, wieder in der Freiheit zu sein.

Schaetzt euer Leben in Freiheit meine Lieben und geniesst jeden Tag :o)
eure Sylvi

Posted by Sylvi 14:36

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